Bericht über die Arbeitsprüfung mit Dummies (APD/R-O) am 10.10.2020 im Saarland Für die Saison 2020 hatte ich mir vorgenommen, meinen Golden Retriever Rüden Aidan in der Offenen Klasse zu führen. Doch das Corona-Virus wirbelte unsere Planung für die Retrieverarbeit völlig durcheinander: keine Seminare, keine Trainingsferien, keine Workingtests… Als ich dann die Ausschreibung für die APD/R-O im Saaland entdeckte, hatte ich sofort ein Kribbeln im Bauch. Denn diese Prüfung hatte ich bisher noch nie geführt (meine Golden Hündin hatte sich über F-Workingtests für die Open qualifiziert). Die APD/R-O würde also nicht nur für meinen Rüden eine schöne Herausforderung sein nach der langen Prüfungspause, sondern auch für mich etwas neues. Am 10. Oktober um 8:30 Uhr war es dann soweit. Acht Gespanne trafen sich in dem herrlichen Wald- und Wiesengelände bei Spiesen-Elversberg dessen Wälder mit dichten Farnen, Totholz und Gräben sowie den großen Wiesen inkl. Hanglage und Senken ideal geeignet ist für die Retrieverarbeit. Die Organisatoren hatten dafür gesorgt, dass das Corona-Hygienekonzept eingehalten wird (gut belüftete Meldestelle, Handdesinfektion vor und nach dem Melden, Maskenpflicht an der Meldestelle, deutlicher Hinweis darauf, in den Wartezonen auf große Abstände zu achten usw.). Schon in der ersten Aufgabe, einer Doppelmarkierung auf einer sehr großen, an drei Seiten mit Wald umsäumten Hangwiese, musste Aidan nicht nur seine Markierfähigkeit, sondern auch seine Lenkbarkeit unter Beweis stellen. Denn eines der beiden in großer Distanz geworfenen Dummies, das hintere, dessen Flugbahn wegen des dunklen Hintergrunds und der Lichtverhältnisse kaum erkennbar war, hatte er offensichtlich nicht markiert. Schade, denn eigentlich ist er ein sehr sicherer Markierer. Also half ich ihm und freute mich darüber, wie freudig und gehorsam er meine Einweisehilfen annahm. Nachdem alle acht Retriever die Doppelmarkierung gearbeitet hatten, teilte die freundliche und faire Richterin Gabi Elfers uns in zwei Gruppen ein. Mit jeweils vier Gespannen liefen wir dann einen Walk-up auf einer langgezogenen Waldwiese, wobei jeder Hund Fußarbeit und Steadiness unter Beweis zu stellen hatte sowie im Wechsel mit den anderen Retrievern eine Markierung als Memory und ein Vollblind zu arbeiten hatte. Überaus zufrieden mit Aidans Leistung beim Walk-up starteten wir zuversichtlich zur nächsten Aufgabe, einem unbeschossenen Blind im Wald. Herausforderung hier waren neben der weiten Entfernung und den vielen dunklen, dicht stehenden und alle nahezu gleich aussehenden Bäumen auf dem Weg zum Blind auch noch Naturverjüngungen am Rand der Ideallinie, Totholz und Bodenunebenheiten, die unsere Retriever dazu verleiten konnten, von der geraden Linie abzukommen. Auch Aidan brauchte nach dem „Voran“-Kommando noch etwas Hilfe, zeigte sich aber auch hier wieder sehr führig und gehorsam. Bei der letzten Aufgabe, einem sehr lauten und jagdnah gestalteten Standtreiben im Wald mit vielen Schüssen, Entenlocker, Hopp-Hopp-Rufen etc., starteten wir wieder mit vier Gespannen. Jeder Retriever hatte nach „Hahn in Ruh“ auf Freigabe der Richterin im Wechsel mit den anderen Hunden je zwei Dummies aus dem Gebiet des Treibens zu holen, wobei die Richterin die Freigabe für den nächsten Hund immer schon erteilte sobald der vorherige Hund gepickt hatte und auf dem Rückweg zum Hundeführer war. Aidan konnte hier erneut seine Steadiness unter Beweis stellen und arbeitete im Suchengebiet schnell, systematisch und freudig. Mir ging das Herz auf dabei, denn nach dem Anleinen wusste ich: Aidan hatte die Herausforderungen der APD/R-O gemeistert und ich finde es war eine richtig schöne Retrieverprüfung. Sechs der acht angetretenen Retriever konnten an diesem Prüfungstag bestehen und ich freute mich für jeden von ihnen riesig mit und gratuliere hiermit nochmals herzlich den beiden anderen Platzierten sowie allen erfolgreichen Gespannen. Die Atmosphäre dieses Tages war rundum nett, einfach schön. Herzlichen Dank an die Organisatoren, die Sonderleitung, an die nette Richterin, die fleißigen Helfer, die Reviergeber und an alle Mitstarter.

Barbara Tybussek

Platzierung: 1. Platz: Barbara Tybussek mit Derrygowns Aidan: 70 v. 80 Pkt., „Sehr gut“

2. Platz: Annette Badelt-Vogt mit Flatgold’s Holly goes lightely: 69 v. 80 Pkt., „Sehr gut“

3. Platz: Reiner Heylmann mit Bruno terra marique: 69 v 80 Pkt., „Sehr gut“

Written by Michèle Waßmuth