Bericht zur JAS/R der BZG Saarland am 22.04.2018 im Raum Hütschenhausen

Wie auch schon meine heute 8-jährige Hündin Malou, so sollte auch meine junge Golden-Dame Mailin auf einer jagdlichen Prüfung geführt werden.

Also habe ich sie mit 13 Monaten zur JAS/R gemeldet, einer neuen Prüfung, die seit 2018 die den meisten bekannte JPR abgelöst hat. Hierbei handelt es sich um eine ganz neue Art der Prüfung, bei der die jagdlichen Anlagen der jungen Retriever gesichtet werden sollen. Die Nachfrage zur JAS/R ist aktuell noch sehr groß, weshalb ich mich umso mehr über einen von 4 Startplätzen gefreut habe..

Am 22.04.2018 war es dann soweit, das „Abenteuer“ JAS/R konnte beginnen.

Wir trafen uns bereits um 8:15 Uhr im Suchenlokal, damit die Prüfung im Gelände pünktlich um 9:00 Uhr starten konnte.

Der Prüfungsleiter, Herr Manfred Pauels, begrüßte uns und erläuterte sehr anschaulich diese noch neue Art der Prüfung, in der Erlerntes ausgeblendet und Anlagen erkannt und in ihrer Ausprägung bewertet werden sollen.

Sehr amüsant war dabei die Entstehungsgeschichte der Bewertungsziffern. So sollte wohl ursprünglich der ideale Jagdhund in möglichst allen Fächern mit 0 bewertet werden, stärker ausgeprägte Anlagen demzufolge mit +1,+2 etc. weniger erkennbare mit -1,-2 usw.

Dies kam dann wohl nicht so gut an, weil der gute Jagdhund dann wohl eine „Nullnummer“ wäre.

So wurde letztendlich die 10 anstatt der 0 genommen und alles war gut.

Herr Pauels erklärte ebenfalls, warum Anlagen die mehr oder weniger nach oben oder unten abweichen, auch eine negative Auswirkung haben können. Ein Beispiel…… wird der Hund im Fach Selbstständigkeit mit 12 bewertet, so hat dies normalerweise eine negative Auswirkung auf die Führigkeit und dort steht dann möglicherweise eine 8. Sicherlich dürfen Fächer wie Nasengebrauch oder Einschätzen der Entfernung auch mal eine höhere Bewertungszahl aufweisen, denn diese Fächer haben keine Auswirkung auf andere Anlagen. Jede Anlage wird mit einer Ziffer bewertet, eine Gesamtpunktzahl, wie man es von früher kennt, gibt es nicht.

Dank der sehr informativen Ausführungen des Prüfungsleiters konnte man bereits vor Arbeitsbeginn sehr viel über diese noch recht unbekannte Prüfung erfahren, zudem wurde den Teilnehmern durch diese ausführliche Begrüßung bereits ein wenig von der Prüfungsangst genommen.

Im Gelände angekommen wurden zunächst die Schleppen gezogen, die alles in allem sicherlich nicht einfach waren. Am Startpunkt wurde man aufgefordert den Hund ohne Kommando einfach los laufen zu lassen. Der Anschuss befand sich ca. 15 m unterhalb des Standpunktes und der Hund sollte ihn beim Laufen „entdecken“ und die Schleppe arbeiten. Diese führte von einer Wiese über einen umgepflügten Acker (mit Mist), über einen Asphaltweg, eine Böschung hinab, der sich ein Graben anschloss und im Folgenden über eine Wiese mit recht hohem Gras. In diesem Bereich waren zwei Winkel gezogen worden, beim zweiten Winkel ging es in den Wald hoch, wo der Hund aus dem Sichtfeld verschwand. Laut Richter ging es im Wald noch unter einem Zaun durch und das Kaninchen lag zum guten Schluss in den Brennnesseln. Hört sich schwierig an, war aber für meinen Hund gut zu schaffen, obwohl ich Schleppe lediglich drei bis vier Mal in kurzen Gras ausprobiert hatte.

Als zweites Prüfungsfach wurde die Markierung gearbeitet. Hierzu hatte man einen Wildacker mit allerlei recht hohem Bewuchs wie Blumen, Gras, Raps etc. heraus gesucht. Links neben dem Acker befand sich ein hoher aufgeschütteter Wall, hinter dem der Werfer völlig unsichtbar für Hund und Führer stand.

Der Hund musste abgeleint werden und man wurde darauf hingewiesen, dass Einspringen erlaubt ist, man den Hund somit in diesem Fall nicht zurückrufen, sondern einfach arbeiten lassen soll.

Von hier aus ging es nun zu einem verdörrten Rapsacker, der letztes Jahr nicht abgeerntet worden war und nun vorzüglich zur Feldsuche mit Schuss dienen konnte.

In diesem Gelände war eine Ente versteckt, ebenso wurde in ca. 70 m Entfernung zur Ente mit einem Kaninchen eine kleine Schleppe gegen den Wind gezogen.

Man ging zusammen mit einem der Richter los und sollte den Hund in die Suche schicken. Als dieser dann losrannte fiel der erste Schuss. Im folgenden musste der Hund die Suche selbstständig wieder aufnehmen und die Ente finden und möglichst apportieren. Kaum wieder in der Suche fiel der zweite Schuss. Nach wieder aufgenommener Suche konnten die Hunde auf die kleine Schleppe kommen und so zu dem Kaninchen gelangen.

Sofort im Anschluss fuhren wir in einen nahe gelegenen Wald, um dort die Suche im Wald und die körperliche Härte zu begutachten. Das Waldstück war durchweg von Brombeeren bewachsen, auch der Einstieg ging durch Brombeerbüsche. Die Ente wurde hier in einem Reißighaufen versteckt, das Kaninchen auf einem Wall so hinter einem Baum versteckt, dass die Hunde unten im Wald Wind bekommen konnten, oben auf dem Wall angekommen, war die Witterung dann weg. Dennoch konnten die Hunde die Aufgabe problemlos erledigen.

Laut Aussage des Prüfungsleiters werden die Prüfungsfächer absichtlich eher schwierig gestaltet, weil man die Anlagen des Hundes dann, wenn er richtig arbeiten muss, am besten erkennen kann.

Bei annähernd 30 Grad Außentemperatur an diesem Tag hatten die jungen Hunde bis hierhin schon Höchstleistungen erbracht und durften nun endlich zum kühlen Nass fahren.

Dort wurde unter Abgabe eines Schrotschusses eine Ente auf eine kleine Insel geworfen. Vom gegenüber liegenden Ufer aus wurde der Hund geschickt.

 

Nach jedem der einzelnen Prüfungsfächer wurde die Arbeit der Hunde offen besprochen, bzw. von den Richtern ausdiskutiert und es erfolgte die Bewertung. Immer wieder wurde auch der Kommentar mit genauer Erläuterung zu den verschiedenen Anlagefächern hervor geholt und laut vorgelesen, wenn beispielsweise einer der Richter wegen Einspringens Abzüge bei der Arbeitsruhe machen wollte und und und….denn es sollen lediglich Anlagen, kein erlerntes Verhalten bewertet werden.

Entgegen der Annahme vieler, möchte ich dem Gerücht widersprechen, dass kein Hund bei der JAS/R durchfallen kann. Das ist sehr wohl möglich. Wenn der Hund sich beispielsweise bei einem der Fächer entzieht, indem er nicht mehr arbeitet oder aber wenn sich plötzlich eine Schussscheue zeigt, ebenso wenn er im Verlaufe der Prüfung nicht je ein Stück Feder- und Haarwild aufnimmt.

Der Hund sollte nicht völlig unvorbereitet zur Prüfung kommen, zumindest das Kommando „such“ kennen und schon mal Wild aufgenommen haben, aber sicherlich nicht bis zum perfekten Vorsitzen durchtrainiert sein.

 

Ich möchte mich nochmals ganz herzlich beim Prüfungsleiter Herrn Manfred Pauels und den Richtern Frau Dr. Ursula Friedrich, Claudia Breitgoff und Wolfgang Schöning für diese angenehme und gleichzeitig lehrreiche Prüfung bedanken.

Ein weiteres Dankeschön geht an die fleißigen Bienchen im Hintergrund, die Sonderleiterin Doris Heil und ihre tatkräftigen Helferinnen Sabine Bressler und Daniela Klotzbach.

Petra Geib mit Nordic Mailin of good Geasan

 

Written by Michèle Waßmuth

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